Bea* möchte nicht viel über die Familie in der sie aufwuchs erzählen, denn die Menschen behandelten sie nicht so, wie man es von liebenden Eltern erwartet. Sie wuchs im Umfeld eines satanistischen Kults auf und wurde jahrelang körperlich, psychisch und sexuell missbraucht, gefoltert und als Gefangene gehalten. Sie wurde meistens in Kellern oder Garagen festgehalten und bekam selten genügend zu trinken und das Essen war meistens ungenießbar. Als sie es nicht mehr aushielt, wählte sie den einzigen Ausweg, der ihr einfiel und versuchte sich umzubringen. Doch Gott sei Dank überlebte sie. Sie kam in eine psychiatrische Klinik. Ihr Therapeut half ihr und vermittelte sie nach einiger Zeit an ein Mission Freedom Home.

Der gemeinnützige Verein Mission Freedom, der vom CBN Hilfswerk Orphan’s Promise unterstützt wird, setzt sich seit 10 Jahren für Frauen ein, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sind. Das Team möchte ihnen eine neue Perspektive für ihr Leben geben und leistet praktische Hilfe für einen Neustart in ihre Zukunft.

Die Arbeit ruht auf dem Grundsatz: Hinsehen, helfen, schützen, begleiten. 

Durch Vorträge und Veranstaltungen in Kirchen, Schulen und Konferenzen klärt Mission Freedom über Zwangsprostitution auf. Durch Bildungsmaßnahmen in Ländern wie Uganda werden potentielle Opfer von Menschenhandel aufgeklärt und vorgewarnt. Gerade junge Frauen aus Osteuropa oder Afrika sehen oft keine Perspektive in ihrer Heimat. Menschenhändler machen sich das zunutze und locken sie mit falschen Versprechungen nach Westeuropa. Ihnen wird eine Karriere als Model, Arbeit in der Gastronomie oder anderen Branchen versprochen. Auf der Reise wird ihnen der Pass weggenommen, sie werden bedroht, geschlagen und vergewaltigt. Unter dem Vorwand die hohen Reisekosten bezahlen zu müssen, werden sie von den Menschenhändlern zur Prostitution gezwungen oder wie Ware immer weiter verkauft. Die Ortswechsel, ständige Misshandlungen und mangelnde Sprachkenntnisse geben den Frauen kaum eine Möglichkeit, sich aus eigener Kraft Hilfe zu holen. Die Angst vor der Polizei ist groß, da sie ohne Papiere die Abschiebung fürchten. Die Zuhälter und Zuhälterinnen bedrohen sie und ihre Familie massiv. Ein Fünftel der Opfer ist minderjährig.

Streetworker im Gespräch mit Prostituierten

Mehrmals in der Woche sind Teams von Streetworkerinnen in Hamburg und Frankfurt unterwegs, um Vertrauen zu den Zwangsprostituierten aufzubauen und ihnen die Möglichkeit eines Ausstiegs aufzuzeigen. Frauen, die ihren Zuhältern entkommen, werden in zwei Schutzunterkünften, den sogenannten Homes, untergebracht.  Dort leben bis zu acht Frauen in einer betreuten Wohngemeinschaft. Wenn die Frauen es schaffen, aus der Zwangsprostitution zu entkommen, brauchen sie nicht nur Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen. Das Team hilft den Frauen auch durch traumapädagogische Therapie und psychosoziale Beratung. Die Betroffenen bekommen manchmal zum Schutz auch eine neue Identität und einen neuen Namen. Ihnen wird Schritt für Schritt der Weg in einen eigenständigen Alltag ermöglicht. Wenn alltägliche Dinge wie Einkaufen, Kochen und Haushaltsführung keine Herausforderungen mehr darstellen, beginnen die Frauen sich auf ihr Leben nach dem Home vorzubereiten. Die Mitarbeiter helfen mit Bewerbungstrainings, vermitteln Deutschunterricht und Weiterbildungen. Aber auch wenn die Frauen zurück in ihr Heimatland wollen, organisiert das Team die Rückreise und arbeitet mit Hilfsorganisationen vor Ort zusammen.

Die Frauen bekommen Hilfe und Unterstützung, um aus der Prostitution auszusteigen

Bea kam in einem der Homes unter und begann ein neues Leben. Zu Beginn war sie noch sehr eingeschüchtert, zurückhaltend und bewegte sich grundsätzlich nur, wenn sie direkt dazu aufgefordert wurde. Dies war nicht besonders verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sie jahrelang nichts für sich selbst entscheiden durfte. Weder was sie essen wollte noch was mit ihrem Körper geschah lag in ihrer Macht. Es brauchte Zeit, bis sie den Luxus genießen konnte, ein eigenes Zimmer und Bett zu haben, einen Kühlschrank voller Lebensmittel und das liebevolle Miteinander. Bea brauchte viel Gebet und Geduld, um sich langsam von ihrem alten Leben zu lösen.

Nach einiger Zeit begann sie auch regelmäßig mit in die Gemeinde zu gehen und an den Gottesdiensten und Gebetsstunden teilzunehmen. Um ihr altes Leben vollkommen hinter sich zu lassen, lud sie Jesus in ihr Leben ein. Mittlerweile ist sie wie ein neuer Mensch. Sie entdeckt ihre Freude am Kochen und Backen. Sie freut sich, unterschiedliche Rezepte auszuprobieren und ihrer Kreativität dabei freien Lauf zu lassen. Im Haus begann sie sich um die Dekoration und Blumen zu kümmern und in  ihrer Freizeit ist sie gerne mit dem Fahrrad in der freien Natur.

Ihre neue Identität als Kind Gottes bestätigte Bea, als sie sich bei vier Grad Außentemperatur taufen ließ. Nichts konnte sie davon abhalten, sich zu Jesus zu bekennen.

“Ich habe bei euch meine neue Familie gefunden. Ich bin so gesegnet und glücklich und werde immer heiler. Ein „Heilwerden“ bedeutet auch ein Loslassen von allem Alten. Das heißt ein radikaler Abbruch aller alten Beziehungen und das Durchringen zu einem neuen Namen und einer neuen Identität.  Bitte stellen Sie sich das nicht so einfach vor. Dies ist nur mit Menschen möglich, die an meiner Seite sind und da, wo ich selber nicht mehr kann, für mich weiterkämpfen. Diese Menschen habe ich bei MISSION FREEDOM gefunden.  Mir ist aber auch bewusst, dass das alles ohne Sie, liebe Spender, nicht möglich wäre. Ich kenne Sie nicht persönlich und Sie können mich auch nicht persönlich begleiten, aber durch Ihre Spenden schaffen Sie die Möglichkeit, dass ich in der Art und Weise begleitet werden kann, durch die ich immer weiter ins Leben geführt werde; ein mutiges, hoffnungsvolles und sinnerfülltes Leben, in dem es immer öfter Freude an einem neuen Morgen gibt.  Und deshalb gilt Ihnen mein herzlicher Dank für eine Lebensperspektive in Freiheit und Würde.”

*Name geändert

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