Gott sorgt zur rechten Zeit

 

„Werdet ihr nun auf meine Gebote hören, die ich euch heute gebiete, dass ihr den HERRN, euren Gott, liebt und ihm dient von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so will ich eurem Lande Regen geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, dass du einsammelst dein Getreide, deinen Wein und dein Öl, und will deinem Vieh Gras geben auf deinem Felde, dass du isst und satt wirst.“ (5. Mose 11,13–15; LUT)

 

Vertrauen statt Kontrolle

Für einen Bauern in Israel bedeutete Regen Leben. Nicht irgendein Regen – sondern Regen zur richtigen Zeit. Kam der Regen zu früh, konnten die Ernten ruiniert werden. Kam er zu spät, würden die Felder austrocknen und absterben. Alles hing nicht nur vom Regen ab, sondern davon, dass der Regen zur richtigen Zeit kam. Als sich das Volk Israel darauf vorbereitete, das Gelobte Land zu betreten, gab Gott ihm ein Versprechen, das Vertrauen erforderte. Anders als in Ägypten, wo Bewässerungssysteme die Wasserversorgung regulieren konnten, war dieses neue Land auf den Regen vom Himmel angewiesen. Das Überleben lag in Gottes Händen.

Die Bauern bestellten ihre Felder und warteten. Würde der Regen kommen? Würde er rechtzeitig kommen? Gottes Verheißung war klar. Wenn sie ihn liebten und ihm treu blieben, würde er den Regen zur rechten Zeit senden. Er würde ihnen das geben, was sie brauchten, genau dann, wenn sie es brauchten. Doch die Versuchung war groß: Andere Völker verehrten Götter, von denen sie glaubten, dass diese den Regen und die Fruchtbarkeit kontrollierten. Sich diesen Göttern zuzuwenden, bot ein Gefühl von Sicherheit. Es war eine Art zu sagen: „Was, wenn Gott sein Versprechen nicht einhält?“

Wir verneigen uns vielleicht nicht vor alten Götzen, aber der Kampf ist uns vertraut. Wenn Gottes Zeitplan uns langsam oder ungewiss erscheint, suchen wir nach Wegen, die Kontrolle zu übernehmen. Wir versuchen, Ergebnisse aus eigener Kraft zu sichern. Wir setzen unser Vertrauen auf das, was wir sehen, steuern oder beeinflussen können. Doch Gott ruft uns zu einer anderen Haltung auf. Er lädt uns ein, ihm zu vertrauen – nicht nur, was die Versorgung, sondern auch, was den richtigen Zeitpunkt angeht.

 

Gottes Zeitplan ist vollkommen

Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen wir säen und warten, in denen scheinbar nichts passiert. Gebete scheinen unerhört zu bleiben. Fortschritte scheinen auf sich warten zu lassen. Doch so wie der Landwirt darauf vertraut, dass unter der Oberfläche Wachstum stattfindet, sind auch wir aufgerufen, darauf zu vertrauen, dass Gott am Werk ist, selbst wenn wir es nicht sehen können. Gott kommt spätestens rechtzeitig. Seine Versorgung ist nicht zufällig. Sie ist bewusst und ausreichend.

Wenn wir Gott lieben, ihn durch unser Leben ehren und ihm vertrauen, können wir in der Gewissheit ruhen, dass er für uns sorgen wird. Die Frage ist nicht, ob Gott für uns sorgen wird, sondern ob wir ihm vertrauen, während wir warten.

 

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