Gottes Reden wahrnehmen

Wie du Gott im Alltag besser hören kannst

Von Andreas und Susanne Vogel, Teamleiter von Restoring the Foundations in Deutschland, Österreich und Schweiz 

Die meisten Christen wissen und glauben, dass Gott redet – durch die Bibel, durch einen Pastor, ja, manchmal sogar zu uns direkt. Wir alle haben Gott schon auf die ein oder andere Weise erlebt. In der Bibel lesen wir aber auch, wie Abraham mit Gott verhandelt hat, wie Gott mit Mose von Angesicht zu Angesicht sprach und David auf sein Nachfragen faszinierende Kampfstrategien erhielt. Nun, das ist nicht, was wir zuerst kennenlernten, als wir uns nach mehr von Jesus ausstreckten. Sein direktes Reden wahrzunehmen, blieb eher dem Zufall überlassen.

Unsere Reise, seinem Reden zu folgen, begann 2007, als wir unser Haus verkauften, nachdem Andreas zwei Jahre im Burnout war. Auf unserer Suche nach mehr von Gott landeten wir bei Restoring the Foundations, einem Dienst für emotionale und geistliche Freisetzung. Bereits während unserer Wiederherstellung, und dann in der Ausbildung, erlebten und lernten wir, Jesus nicht nur für ein paar Worte im Monat zu hören, sondern immer, wenn wir uns ihm zuwenden.

Wie redet Gott?

Gott redet durch spontane Gedanken, inneres Wissen, Bilder oder Erinnerungen. Er nutzt ständig diese Kanäle, ob er durch die Bibel, andere Menschen, in der Natur oder direkt zu uns spricht. Oft beginnt es mit einem sanften Impuls, dem wir nachgeben. Wichtig ist, dass es spontan kommt und unser Fokus auf Jesus ist, statt auf Problemen oder eigenen Vorstellungen.

Lass uns kurz deine Vorstellungskraft prüfen – dort wirken Denken, Erinnerungen, aber auch Gott und leider auch andere geistliche Einflüsse.

Stell dir eine Banane vor. Meine hängt einzeln vor mir in der Luft; deine ist vielleicht noch am Baum oder schon halb gegessen. So simpel das Beispiel ist, zeigt es: Gott redet zu jedem etwas anders. Er nutzt individuelle Bildsprache, weil er kein Lexikon ist, sondern eine Person mit Gefühlen, die uns in seinem Ebenbild geschaffen hat (1. Mose 1,27).

Du kannst den Vorstellungscheck ausweiten: Stell dir vor, wie jemand, den du magst, deinen Namen ruft. Wie du den Lenker deines Fahrrads hältst. Wie dein Lieblingsessen riecht und schmeckt. Stell dir zum Abschluss deinen Lieblingsort vor. Tauche darin ein. Was ist wo, wie ist die Atmosphäre?

Jesus begegnen…

Nun der nächste Schritt: Wir laden Jesus ein und schauen, wie er uns begegnet, was er anspricht, und wollen in einen Dialog eintreten. „Aber mache ich mir dann nicht ein Bild von ihm?“ Offenbar hatte Jesus selbst keine Angst davor – weder bei Johannes in der Offenbarung noch in Träumen vieler Menschen. Die meisten können später sein Gesicht nicht beschreiben, nur wie sie sich fühlten, seine Kleidung oder sein Tun. Wir und viele Hunderte, die wir begleiten durften, haben erlebt, wie solche Begegnungen Freiheit schenken und zu einer tieferen Beziehung führen – zu Jesus, zum Vater oder zum Heiligen Geist. Unser Gott möchte uns so nahe sein, dass er sich sogar mit einer Henne vergleicht, die ihre Küken sammeln will (Matthäus 23,37). Er gibt uns das Bild eines Vaters, der seinem stinkenden Sohn entgegenrennt und ihn abküsst (Lukas 15,20), weil er möchte, dass wir ihn genauso erleben können. Es ist vor allem eine Einladung für unser Herz, dasselbe zu erleben, denn unser Verstand ist sowas von begrenzt. Was nützt mir, wenn ich alles wüsste, aber keine Liebe hätte … (nach 1. Korinther 13,2). Liebe muss erlebt sein durch seine Taten, bevor wir selbst das wichtigste Gebot in seinem Sinn erfüllen können. Wichtig bleibt, dass wir nicht steuern oder Jesus sagen, was er zu tun hat, sondern die Leitung an Jesus abgeben und auf seine nächsten Impulse reagieren.

Ist es von Gott?

Wie unterscheiden wir Gottes Reden? Jesus respektiert deine Grenzen. Er widerspricht nie der Bibel und bleibt seinem Charakter immer treu. Während der Feind drängt, verwirrt oder verdammt, ermahnt und tröstet Gott und baut dich auf (1. Korinther 14,3). Er bringt Wahrheit und Klarheit (Johannes 16,13). Gottes Reden fühlt sich gut und erbauend an – sogar, wenn er korrigiert. Darum prüfen wir: Passt es zu seinem Wort, seiner Natur und seinem Frieden?

Wie kommen wir Gott näher?

Eines wissen wir sicher: Jeder kann lernen, Gottes Reden besser wahrzunehmen. Er hat uns alle gleich geschaffen, mit Geist, Seele und Körper (1. Thessalonicher 5,23). Gott ist Geist, wir sind Geist, also kommunizieren wir im Geist. In Sprüche 3,5-6 steht: „Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN!“ Die in diesem Vers verwendeten Begriffe bedeuten:

  • Binah (בִּינָה) – „Verstand/Unterscheidungsvermögen“ – die menschliche Fähigkeit zu verstehen
  • Leb (לֵב) – „Herz“ – mit deinem ganzen Wesen Gott vertrauen

Das hochgepriesene rationale Denken wird uns erst mit etwa 12 Jahren vollumfänglich zuteil. Darum sagte Jesus, dass wir wie die Kinder werden müssen (Matthäus 18,3), damit wir mit dem Herzen schauen.

Im hebräischen Denken geht es nicht nur um Fakten und Logik, sondern um Beziehung, Intuition und das Erleben Gottes. Doch warum ist dies so schwierig für uns? Weil unser Verstand uns eine falsche Sicherheit gibt. Auch unsere Wahrnehmung ist immer durch Erlebnisse geprägt. Bei uns war es jedenfalls so, dass egal, wie sehr wir uns Gottes bedingungslose Liebe einzuprägen versuchten, wir in deftigen Drucksituationen wie immer reagierten: zuerst mit Scham, dann mit Wut oder Rechtfertigung, egal wie sehr wir uns Gottes bedingungslose Liebe ‚einprägten‘. Unsere ‚Leb‘ (Herzen) brauchen Heilung durch Jesus, der zerbrochene Herzen heilt (Jesaja 61,1, Lukas 4,28), damit wir mit ganzem Herzen vertrauen können.

Die beste Haltung Gott akkurat wahrzunehmen ist also eine positive Erwartung mit unserem Herzen. Er ist die perfekte Liebe und treibt alle Angst aus (1. Johannes 4,18). Der Hebräerbrief (11,6) fordert uns auf: „…Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen.“

Schritte in Kürze

Wie wir Gottes Reden besser wahrnehmen können, lässt sich aus Habakuk 2,1-2 ableiten, so wie schon vor vielen Jahren durch Pastor Mark Virkler beschrieben:

  • Komme zur Ruhe. Lege deine eigenen Vorstellungen zur Seite und vertraue von ganzem Herzen darauf, dass Jesus Christus zu dir sprechen will.
  • Richte dich auf ihn aus, spüre, wie er bei dir ist und stelle eine offene Frage, wie z. B.: „Jesus, was willst du mir sagen?“
    Nimm den ERSTEN Gedanken/Wissen/inneres Bild/Erinnerung und spüre nach, was er dir damit sagen will. Also nicht nachdenken.
  • Lass ihn dir mehr zeigen. Wenn es für dich unklar ist, frage: „Jesus, was möchtest du mir damit sagen?“ oder „Jesus, wie meinst du das?“ Frage weiter und sprich mit ihm (und höre auf seine Antworten), bis alles klar ist, was er dir sagen möchte.
  • Schreibe es auf, damit du nichts vergisst.

Probiere es doch gleich aus. Gehe zurück an deinen Lieblingsort und bitte Jesus, dich zu besuchen. Denk dabei daran: Er und sein Reden werden mehr erspürt durch spontane Impulse seinerseits, als dass er uns mit einer Erscheinung überfährt, wie bei Engelsbegegnungen in der Bibel verzeichnet ist.

Achtung: Gottes Stimme wahrzunehmen ist ein Üben und braucht manchmal Hilfe von Menschen, die erfahrener darin sind. 

***

Andreas und Susanne Vogel, Teamleiter von Restoring the Foundations Deutschland, Österreich und Schweiz

Andreas und Susanne Vogel haben seit 2009 den DACH-Bereich von Restoring the Foundations aufgebaut, einem Dienst zur emotionalen Freisetzung. Ihr Herz schlägt vor allem für eines: Dass Menschen jeden Alters Jesus begegnen und kennenlernen, wie er wirklich ist. Mit ihrer erwachsenen Tochter und Hund Gigi leben sie im Raum Winterthur (CH). Kontakt über: jchelps.org oder restoringthefoundations.ch /.de /.at   

 


 

Dieser Artikel stammt aus dem ERLEBT Magazin zum Thema „Gottes Stimme hören“ (Ausgabe Nr. 51 – März 2026)

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ERLEBT Magazin Ausgabe 46

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