Ein Gastbeitrag von Raquel Schwärzler

Zuerst einmal möchte ich sicherstellen, dass sich mit diesem Artikel nicht nur die typischen “Künstler” angesprochen fühlen. Dieser Artikel richtet sich an jede Person, die auf irgendeine Weise eine Leidenschaft für ein kreatives Handwerk oder kreatives Denken hat. Von Koch bis Goldschmied, von Unternehmer bis Stand-up Comedian.

Als Designerin und freischaffende Künstlerin habe ich schon viele Jahre mit anderen Kreativen zusammengearbeitet und durch meine Kunst komme ich sehr häufig mit Menschen ins Gespräch, die sich fürs Malen und Zeichnen interessieren, es aber leider nie nachverfolgt haben. Wenn ich sie dann  frage, warum sie dem nicht nachgehen, höre ich meistens die haargenau gleichen Aussagen und Bemerkungen. Das hat mich dazu ermutigt diesen Artikel zu schreiben und diese Zweifel einmal anzusprechen. Hier eine Auflistung der drei häufigsten Lügen über Kreativität und warum Sie sich von ihnen nicht einschüchtern lassen sollten:

1. “Andere können es aber besser als ich.”

Ich habe einmal folgendes Zitat gehört: “Vergleich ist der Dieb der Freude.” Sogar der hochtalentierte Vincent Van Gogh hatte sich zu seinen Lebzeiten andauernd mit seinen französischen Malerkollegen verglichen und zweifelte dadurch sehr an seiner eigenen Kunst. Heute ist er einer der bekanntesten Künstler und sein Malstil und seine Werke werden als einzigartig und Vorreiter seiner Zeit beschrieben. Wir alle haben unser Können schon mal mit dem der anderen verglichen. Und tatsächlich ist das die Wahrheit, ja, es wird immer jemand geben, der sein Handwerk besser beherrscht als wir! Aber das Ziel ist nicht besser als andere zu sein. Das Ziel ist seine eigene individuelle Gabe zum Ausdruck zu bringen. Natürlich ist es wichtig sein Handwerk zu üben und ein wenig Ehrgeiz kann nie schaden. Aber wir sollten uns von dem Wettbewerbsdenken losreißen. Das Wichtigste ist, dass wir Freude daran haben uns kreativ auszudrücken, ohne den Druck, besser als andere sein zu müssen.

2. “Ich hab nichts Besonderes zu geben.”

Im 1. Korinther 12, 14-18 steht Folgendes: “Auch der Körper besteht aus vielen verschiedenen Teilen, nicht nur aus einem. Wenn der Fuß sagen würde: ‚Ich bin kein Teil des Körpers, weil ich keine Hand bin‘, sollte er deshalb nicht zum Körper gehören? Genauso wichtig wie jedes Glied und Organ in unserem Körper, so wichtig ist jeder Mensch mit seiner individuellen Gabe.“ Wir sind alle in Gottes Ebenbild geschaffen, dem absoluten kreativen Schöpfer schlechthin, deswegen glaube ich, dass wir alle etwas Besonderes zu geben haben und dass jeder Einzelne wichtig ist.

3. “Ich seh keinen Nutzen in Kunst und sollte lieber etwas Anständiges mit meinem Leben anfangen.”

Auf der Welt gibt es ca. 250.000 Blumenarten. Warum gibt es so viele und was für einen Nutzen haben sie? Hätten nicht auch 50 gereicht? Für mich ist das ein klares Bild von Gottes Freude an Schönheit und kreativer Vielfalt. Pablo Picasso meinte einmal: „Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist, ein Künstler zu bleiben, wenn du erwachsen bist.“ Kinder zerbrechen sich nicht den Kopf darüber, ob malen, basteln, musizieren oder Baumhäuser bauen sinnvoll oder Zeitverschwendung ist. Erst im Erwachsenenalter fokussieren wir uns mehr und mehr auf das, was nützlich sein könnte.

Sie denken jetzt vielleicht „Naja, Kinder müssen ja auch keine Rechnungen bezahlen.“ Stimmt, als Erwachsener hat man ganz andere Verantwortungen, allerdings sollte deswegen die Kreativität nicht den letzten Platz einnehmen. Der Nutzen der Künste ist unter anderem einfach nur Schönheit, Vielfalt und Freude in diese Welt zu bringen. Denn wie trostlos wäre diese Erde ohne? Ich hoffe, Sie konnten neue Motivation und Ermutigung aus diesen drei Punkten mitnehmen. Egal welche Passion Sie haben und wo Sie in Ihrem Kreativprozess stehen: Sie haben etwas Einzigartiges zu geben, Sie sind unvergleichbar mit anderen und Sie dürfen ausprobieren und experimentieren.

 

Dieser Beitrag stammt aus unserem ERLEBT Magazin zum Thema „Kreativität“.
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