Dein Erbe liegt bereit

 

Von Anke Forberger, Redaktionsleitung

Als Kinder sind wir automatisch Erben unserer Eltern. Wir werden nicht durch Leistung zu Erben, sondern durch Zugehörigkeit. Genauso ist es bei Gott. Wir werden Teil von seiner Familie und Gott gibt uns damit Anteil an seinem Erbe.

Durch das, was Jesus am Kreuz für uns getan hat, haben wir freien Zugang zum Vater. Wir müssen nicht an die Tür klopfen und hoffen, dass Gott einen guten Tag hat. Als seine Kinder haben wir bei ihm ein Zuhause, in das wir jederzeit eintreten dürfen. Wir dürfen bildlich gesprochen „an den Kühlschrank gehen“ und teilhaben an allem, was unser Vater für uns bereithält

In Galater 3,29 (HFA) schreibt Paulus: „Gehört ihr aber zu Christus, dann seid auch ihr Nachkommen von Abraham. Als seine Erben bekommt ihr alles, was Gott ihm zugesagt hat.“ Als Menschen, die zu Jesus gehören, haben wir Anteil an den Verheißungen Gottes.

 

Was gehört zu unserem Erbe?

 

Der Bund, den Gott mit Abraham schloss, ist ein ewiger Bund. Abraham wurden Nachkommen, Segen und ein Land verheißen. Auch wir dürfen diese Zusagen geistlich auf unser Leben übertragen: Wir gehören zu Gottes Familie, sind Teil seiner weltweiten Gemeinde und dazu berufen, sein Reich sichtbar werden zu lassen. Wir sind gesegnet, um ein Segen für andere zu sein (nach 1. Mose 12,2)

Doch unser Erbe umfasst noch mehr: zum Beispiel die Vergebung unserer Schuld, Gemeinschaft mit Gott, Frieden, Hoffnung und das ewige Leben. Wir sind Miterben Christi (Römer 8,17). Was dem Sohn gehört, daran lässt uns der Vater teilhaben.

 

Das Siegel des Erbes

 

Als Unterpfand für dieses Erbe hat Gott uns seinen Heiligen Geist gegeben. Er ist die Anzahlung und Garantie dafür, dass sich Gottes Zusagen erfüllen werden. Der Heilige Geist bezeugt unsere Zugehörigkeit zum Vater (Römer 8,16) und setzt uns den Stempel auf: „erbberechtigt“. Er tröstet, leitet und stärkt uns. Durch ihn dürfen wir Gott „Abba, lieber Vater“ nennen. Gleichzeitig schenkt er uns Autorität und Vollmacht, als Kinder Gottes zu leben.

 

Zur Freiheit berufen

 

Wenn man an große Familiendynastien denkt, geht ein Erbe oft nicht nur mit Privilegien, sondern auch mit Druck und einer großen Last einher. Gottes Erbe ist anders.

Wir sind „zur Freiheit berufen“ (Galater 5,13). Gott führt uns heraus aus Gebundenheit und Knechtschaft. Unser geistliches Erbe will uns nicht niederdrücken, sondern frei machen.

 

Die Verantwortung eines Erben

 

Diese Freiheit bedeutet jedoch nicht Gleichgültigkeit. Wer Gottes Liebe erfahren hat, möchte sie weitergeben.

Jesus fordert seine Nachfolger auf, hinauszugehen und Menschen zu Jüngern zu machen (Matthäus 28,19-20). Doch wichtig ist: Unser Erbe hängt nicht davon ab, wie erfolgreich wir dabei sind. Es ist allein an den Glauben und an Gottes Gnade geknüpft. Die Weitergabe des Evangeliums ist eine natürliche Folge einer lebendigen Beziehung zu Gott. Denn „wovon das Herz erfüllt ist, das spricht der Mund aus“ (Lukas 6,45; HFA).

 

Tritt dein Erbe an

 

Gott lädt jeden Menschen ein, Teil seiner Familie zu werden. Doch wie bei einem weltlichen Erbe kann man dieses Angebot annehmen oder ausschlagen. Gott drängt sich niemandem auf.

Manchmal leben wir auch als Kinder Gottes so, als würden wir unser Erbe gar nicht kennen. Es ist, als würde jemand eine wunderschöne große Wohnung erben, aber weiterhin in seiner kleinen Einzimmerwohnung leben. Wäre das nicht schade? Gott hat uns so viel mehr zugesagt, als wir oft in Anspruch nehmen. Ein Teil dieses Erbes dürfen wir schon heute erleben, anderes wird sich erst vollständig erfüllen, wenn Gottes Reich sichtbar vollendet wird.

Deshalb: Tritt dein Erbe an. Nimm in Anspruch, was er dir schenken möchte. Dein Erbe liegt bereit.

 

 

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