Ein Herz für Israel
„Dass wir ihnen zur Seite stehen, macht einen riesen Unterschied“
CBN Deutschland pflegt enge Beziehungen nach Israel und unterstützt mehrere Projekte vor Ort. Geschäftsführer Andreas „Pitti“ Heerwagen berichtet im Interview, warum CBN sich in Israel engagiert und wie er seine erste Reise ins Heilige Land erlebt hat.
Lieber Pitti, warum engagiert sich CBN Deutschland für Israel?
CBN hat weltweit ja ein riesiges Netzwerk und so wie wir in Deutschland ein Büro haben, hat auch Israel ein CBN-Büro. Uns zu engagieren ist uns wichtig, weil man es schon in der Bibel liest, dass wir uns zu Israel stellen sollen – und wir bekennen uns dazu und stehen hinter Israel. Deshalb arbeiten wir mit dem Büro in Israel zusammen.
Wie sieht diese Unterstützung aus?
Wir unterstützen einige Projekte vor Ort. Ein Projekt, das ich auch selbst besucht habe, ist ein Heim für Holocaust-Überlebende. Es ist eine Art Altersheim, wo viele ältere Menschen zusammenleben. Diese Menschen, die schon seit ihrer Kindheit so viel durchgemacht haben, bekommen dort einen würdigen Rahmen, in dem sie wirklich gut ihren Lebensabend verbringen können. Ich habe speziell das Heim in Nazareth besucht und wir konnten mit einigen der Senioren sprechen. Wir haben zusammen gemalt und gebetet. Dass man ihnen dort so ein würdevolles Leben ermöglicht, das hat mich sehr bewegt.

Im Mai 2024 bist du das erste Mal mit einem Team in Israel gewesen: Was war das Ziel der Reise?
Unser Ziel war, endlich mal mit eigenen Augen die Projekte zu sehen, die wir unterstützen, und auch einfach da zu sein und Beziehungen zu bauen. Zu dem Zeitpunkt steckte Israel mitten im Krieg und das war sehr besonders für unsere israelischen Kollegen: Sie waren so begeistert, dass wir gerade in dieser Zeit gekommen waren. Das hat ihnen mehr bedeutet als Finanzen oder andere Güter, die wir ihnen schicken. Dass wir da waren, vor Ort, und ihnen zur Seite standen, ihnen auf Augenhöhe begegnet sind, zusammengesessen und gemeinsam gegessen haben – diese Kleinigkeiten haben einen riesigen Unterschied gemacht. Das Gefühl zu haben, dass sie nicht alleine sind, hat dem Team emotional und seelisch einen Push gegeben. Das hatte ich so vorher nicht erwartet.
Wie hat der Besuch deine Sicht auf Israel verändert?
Für mich selbst war es mein erster Israelbesuch und auch das erste Mal in Jerusalem. Und obwohl es gerade mitten im Krieg war, haben wir uns alle sicher gefühlt und von Gott geleitet zu gehen. Ich persönlich war sehr beeindruckt von dieser geistlichen Schwere, die man in Jerusalem gespürt hat. Ich wusste, dass die Stadt gevierteilt ist, aber wenn du dort vor Ort durchgehst und diese verschiedenen Glaubensrichtungen wirklich spürst, wenn du die Hand an die Klagemauer legst und betest, das macht was mit dir. Es ist eine so schöne Stadt, aber keine Stadt ist mehr umkämpft wie diese und das spürt man.

Was habt ihr auf der Reise gemacht?
Den ersten Tag waren wir in Nazareth. Dort haben wir einen arabischen Pastor besucht, der Menschen mit Beistand, Essen und Unterkunft hilft, und zwar egal, wer sie sind oder woher sie kommen. Er hat ein Lager, eine Art Verteilzentrum, wohin Menschen einfach kommen können, um Sachen zu bekommen, die sie brauchen. Gerade nach dem 7. Oktober war sein Zentrum ein richtiger Zufluchtsort und er hat so vielen Familien geholfen. Wir durften ein tolles Interview mit ihm machen und gemeinsam beten. Danach ging es weiter zu dem Heim für Holocaust-Überlebende. Was mich besonders bewegt hat, war der gemeinsame Gang in den Luftschutzbunker. Für sie ist das leider völlig normal. Aber dann sitz ich da als Deutscher, mit meinem Militärbackground – nun als Leiter einer christlichen Hilfsorganisation – mit Holocaust-Überlebenden im Luftschutzbunker. Das war schon eine interessante Erfahrung. Außerdem haben wir auf der Reise das CBN-Büro besucht, ein Traumazentrum, das wir unterstützen, und in einer großen Packaktion hunderte Hilfspakete gepackt.
Wie haben die Leute auf die Hilfe aus Deutschland reagiert?
Die Leute waren erstaunt und haben es sehr wertgeschätzt. Dieser Satz: „Nur dass ihr hier seid, sagt alles und macht einen riesen Unterschied“, ist mir hängengeblieben. Ich konnte spüren, dass das keine Floskel war, sondern dass sie das ernst meinten und dankbar waren.
Warum sollten Christen sich für Israel engagieren?
Weil es ganz klar in der Bibel steht! Es ist ein Auftrag an uns und den sollten wir ausführen. Bist du ein Christ, solltest du meiner Meinung nach an der Seite von Israel stehen – so wie du das kannst. Sei es mit Gebet oder mit Zeit oder halt mit deinen Finanzen.
Wie können sich Partner mit CBN an die Seite Israels stellen?
Indem sie sich an unsere Seite stellen. Wenn die Menschen uns unterstützen, dann unterstützen sie auch die Hilfe für Israel. Durch das große CBN-Netzwerk und starke Partner vor Ort haben wir viele Möglichkeiten zu helfen. Aber ob die Menschen nun zu CBN geben oder zu anderen Organisationen, spielt für mich keine Rolle. Das Geben ist das Entscheidende, denn darauf liegt Segen. Deshalb kann ich nur jeden dazu einladen: Gebt, wohin Gott es euch aufs Herz legt, und seht, was Gott in eurem Leben tut!
Vielen Dank für das Gespräch, Pitti!
Bitte unterstützen Sie die verschiedenen Projekte von CBN.
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